| Was ist chronische aktinische Dermatits?
Chronische aktinische Dermatitis (CAD) ist eine vom Licht hervorgerufene
Entzündung der Haut. Zuerst und am stärksten werden
die dem Sonnenschein oder künstlich erzeugtem Licht lange
Zeit ausgesetzten Stellen befallen. Häufig kommen außerdem
durch direkten Kontakt mit Nickel, bestimmten Blumen, Holz, Parfüm,
Gummi, Salben u.s.w. allergisch ausgelöste Entzündungen
der Haut vor. Fast ausnahmslos sind Männer über 50 betroffen.
Was heißt chronische aktinische Dermatitis?
Die Bezeichnung leitet sich von vier griechischen bzw. lateinischen
Worten ab. Chronisch heißt langwierig und kommt von "die
Zeit". Aktinisch bezieht sich auf "aktis", den
Strahl. "Derma" ist die Haut und "-itis" bedeutet
-entzündung.
Warum wurde ich von CAD befallen?
Die eigentliche Ursache ist unbekannt. Möglicherweise reagiert
das Abwehrsystem des Körpers überschießend auf
die kombinierte Einwirkung der genannten Allergie-Auslöser
und Licht.
Ist CAD gefährlich?
Lebensbedrohlich ist die Krankheit nicht. Aber die Haut kann so
stark betroffen werden, daß sich Veränderungen in der
Lebensweise nicht vermeiden lassen.
Kann ich wieder gesund werden?
Bei Einigen bessert sich der Zustand der Haut im Laufe der Jahre
langsam aber sicher von selbst. Die Meisten aber müssen lernen,
mit der Krankheit zu leben. Das heißt vor allem, Sonne und
- falls bekannt - Allergieauslöser so gut wie irgend möglich
zu meiden.
Woran erkenne ich, daß ich an CAD erkrankt bin?
Nicht immer ist es von Anfang an offensichtlich, daß die
Hautprobleme vom Licht herrühren. Oft zeigt sich CAD zunächst
als Kontaktekzem. Das ist eine allergisch entstandene Entzündung
der Haut. Sie beginnt mit lästig juckenden Rötungen
an den Körperstellen, die mit Nickel, bestimmten Blumen u.
s. w. in Kontakt gekommen waren. Erst später wird die Lichtempfindlichkeit
offenkundig. Die ständig dem Licht ausgesetzte Haut (Gesicht,
Nacken, Handrücken) ist am stärksten befallen. Die durch
Kleidung oder auch vom Uhrarmband bedeckte Haut bleibt ausgespart.
Die Meisten klagen über äußerst lästigen
Juckreiz.
Sind besondere Untersuchungen erforderlich?
Ja. Damit will man andere Hauterkrankungen wie Ekzeme oder durch
Arzneimittel verursachte Lichtempfindlichkeit abgrenzen. Zudem
ist es für eine gezielte Behandlung gut zu wissen, ob UVA,
UVB oder Licht nicht vertragen wird. Allergie- und Lichtteste
an der Haut sind schmerzlos und verursachen meist sonnenbrandartige
Entzündungen auf den wenige Quadratzentimeter großen
Teststellen.
Wie soll sich der an CAD Erkrankte verhalten?
Regel Nr. 1 heißt: Dem gesunden Menschenverstand folgen.
Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, besonders während
der lichtintensiven Tageszeit von 11 bis 15 Uhr Sommerzeit. Tragen
Sie lichtschützende Kleidung wie einen breitkrempigen Hut,
langärmelige Hemden, langbeinige Hosen und Handschuhe. Das
alles aus dicht gewebtem Material. Stoff, durch den Licht schimmert,
ist auch für UV-Strahlen stärker durchlässig. Tragen
Sie ein gutes Sonnenschutzmittel eine halbe Stunde vor jedem Gang
ins Freie auf die unbedeckte Haut auf. Typ und Stärke des
zu Ihnen passenden Sonnenschutzmittels ergeben sich bei den erwähnten
Lichttestungen. Sonnenschutzmittel verleihen zusätzlichen
Schutz. Keineswegs dürfen sie zu längerem Aufenthalt
in der Sonne verführen.
Woran erkennt man ein gutes Sonnenschutzmittel?
In der Regel sind dem lichtempfindlichen Hautkranken stark wirksame
Sonnenschutzmittel mit Sonnschutzfaktor (SPF) 25 oder mehr zu
empfehlen. Das Mittel soll vor UVA und UVB schützen. Wie
alle wirksamen Mittel können auch Sonnenschutzmittel unerwünschte
Nebenwirkungen hervorrufen. Besonders zu empfehlen sind Sonnenschutzmittel,
die mikronisiertes (sehr fein zermalenes) Titandioxid oder Zinkoxid
enthalten.
Sind Kortisonsalben sicher?
Ja, bei richtiger Anwendung. Hierzu wird bald ein spezielles Informationsblatt
erscheinen.
Kann die Behandlung auch mit Tabletten erfolgen?
Ja. In schweren Fällen werden immunsuppressiv wirkende Tabletten
angewandt. Diese Tabletten enthalten Wirkstoffe, die das Immunsystem
zumindest teilweise bremsen. Wie bei jeder ärztlichen Behandlung
müssen auch in solchen Fällen mögliche Vorzüge
gegen mögliche unerwünschte Wirkungen abgewogen werden.
Diskutieren Sie das mit Ihrem Hautarzt.
Muß der an CAD Erkrankte mit einem erhöhten
Krebsrisiko rechnen?
Nach gegenwärtigem Wissensstand nicht.
Ist CAD ansteckend oder erblich?
Nein.
Wie sind die langfristigen Aussichten?
Gut. Qualifizierte medizinische Untersuchung und Testung hilft
erheblich, die schädigende Strahlung und provozierende Chemikalien
zu meiden. Wenn sie die schädigende Strahlung und Chemikalien
kennen, lernen die meisten rasch, was wie zu meiden ist und bekommen
die sonst langwierige Erkrankung gut in den Griff.
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